Sprossen- die Verwandlungskünstler

By März 2, 2017Gesundheit, Rezepte
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Wunderbar frisch

Wird der schlafende Samen erstmal lebendig, platzt es grün aus ihm raus und er strebt nach Wachstum und Licht. Wie wir das Korn mit künstlichem Regen aus dem Dornröschenschlaf wecken, es pflegen und hegen bis es schließlich in ein kulinarisches Geschmackserlebnis verarbeitet wird, erfährst du hier:

Bereichert die Mahlzeiten

Sie sind etwas ganz Besonderes, denn durch das Keimen werden sie nicht nur weich und bekömmlich, sondern produzieren auch mehr Nährstoffe, Proteine und Vitamine. Die Enzyme, ein wahres Lebenselixier, werden während des Keimungsprozesses ebenso aktiviert und steigen um ein Vielfaches. Beim Verzehr der Keimlinge helfen sie uns die Nahrung leichter zu verdauen.

brotes-alfalfa-con-vinagreta-frambuesasLeckere Sorten

Für selbstgezogene Sprösslinge eignen sich Samen, Hülsenfrüchte oder auch Getreide. Besonders lecker mit einer leichten Schärfe finde ich Radieschen, aber auch Soja, ein anspruchsloser Klassiker, hat einen feinen nussigen Geschmack. Die Samen bekommt man im Bioladen. Sind sie für Garten oder Landwirtschaft bestimmt, werden sie meist chemisch behandelt und sollten keinesfalls verwendet werden.

Weder teuer noch kompliziert

Zum selber ziehen kannst du im Reform-oder Bioladen für etwa fünf Euro ein Sprossen-Glas kaufen. Es geht aber auch völlig kostenfrei mit einem gewöhnlichen Einmachglas, über das wir einfach mit einem Gummi ein Plastiknetz spannen oder Löcher in den Deckel machen, damit das Wasser jederzeit gewechselt werden und abfließen kann. Zum Ausprobieren geht es auch mit einer einfachen Schale und einem feinen Sieb zum Abwaschen.

Vom leblosen Zustand zur Nährstofffabrik

Das Keim-Glas füllst du zu etwa einem Drittel mit Samen und bis knapp über die Hälfte mit gefiltertem Wasser. Der Samen saugt sich nun langsam voll und nimmt an Volumen zu. Dieser Prozess dauert je nach Größe zwischen 6 und 12 Stunden. Danach gießen wir die übrigen Wasser-Restbestände ab, füllen das Gefäß erneut mit Wasser, schütteln die Samen darin und leeren das Wasser erneut aus. Diesen Vorgang wiederholen wir ab jetzt zweimal täglich- morgens und abends, um Bakterienbildung und Pilze zu vermeiden. Das Glas muss so gestellt werden, das die Öffnung unten ist und das Restwasser abfließen kann. Die Samenkörner müssen atmen können und dennoch feucht bleiben.

Ein kleines Naturspektakel

Ist das Korn vollgesaugt, dauert es nicht mehr lange bis ihm das Kleidchen zu eng wird, und es vor Lebenslust explodiert. Die nun grünen Keimlinge kannst du jetzt gleich unglaublich frisch im Salat oder der Gemüsepfanne verspeisen. Sie sind extrem schmackhaft und schmecken kurz angedünstet besonders fein. Den weiteren Reifungsprozess kannst du durch Kühlung etwas hinauszögern und die Samen zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.